Nach Kambodscha auswandern – mein ganz persönlicher Weg

Jeder der nach Kambodscha auswandern möchte hat seine eigenen Gründe dafür. Frust über das Wetter oder die allgemeinen Lebensbedingungen in der Heimat. Bei mir ist es wohl eine Kombination aus beiden die in mir den Entschluss heranwachsen lies nach Kambodscha auszuwandern.

Ich weiss noch sehr genau wie ich vor einigen Jahren an meinem Schreibtisch gesessen bin und einfach nicht mehr konnte. Ein brütend warmes Büro bei einer Zeitarbeitsfirma wo ich einen Job hatte den ich eigentlich als zumindest „moralisch fragwürdig“ bezeichne. Das Team war zwar sehr nett, aber so viel Stress für dafür das am Monatsende so wenig übrig bleibt. Und am Feierabend dauert es manchmal Stunden bis der Job auch aus dem Kopf raus ist.

Nicht mit mir! In diesem Moment habe ich damals beschlossen das ich auswandern werde. Kambodscha ist mir damals noch nicht in den Sinn gekommen. Hauptsache weg.

Auswandern nach Kambodscha – mein langer Weg

Nur wie? Mit meiner kaufmännischen Erfahrung kann ich im Ausland leider nicht allzuviel anfangen. Und da ich nicht gerade der Typ bin der einfach seine Sachen packt und auf gut Glück auswandert brauche ich auf jeden Fall eine Möglichkeit Geld zu verdienen.

In der Zeit habe ich immer wieder nebenbei in einer Gaststätte gekocht. Hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht und wenn ich fertig war dann war ich irgendwie zufrieden mit dem was ich gemacht habe. Ausserdem kann man als Koch überall arbeiten. Also stand der Entschluss fest Erfahrung als Koch zu sammeln und dann weg.

Gesagt getan, 3 Wochen nach meinem Entschluss auszuwandern habe ich meinen Job an den Nagel gehängt und nen Job als Koch gesucht. Wie weit ich damals noch von Auswandern entfernt war hätte ich nie geahnt.

Aber ich hab sogar einen Job in einem Bistro gefunden und dort gearbeitet. Leider musste ich aber auch feststellen das mir das kochen zwar sehr viel Spass macht, aber das putzen und aufräume leider weniger. Und ist nun mal ein grosser Teil des Jobs. Also auch nicht der Weg mit dem ich den Rest meines Lebens meine Brötchen verdienen möchte.

Aber schon während ich noch bei der Zeitarbeitsfirma gearbeitet habe hat mir ein Freund gezeigt wie man mit Internetseiten Geld verdienen kann. Ich war damals einige Wochen krank Zuhause und habe in der Zeit eine Seite ins Netz gestellt. Und seit der Zeit habe ich jeden Monat Geld damit verdient. Es waren zwar nur zwischen 50 und 150 Euro, aber immerhin hab ich ja auch fast nichts dafür getan.

Also war mir klar das das der Weg ist mit dem ich auswandern kann und meine Existenz trotzdem sicher ist. Nur natürlich nicht mit den paar Kröten, da brauche ich schon ein bisschen mehr um so Leben zu können wie ich mir das vorstelle.

Hat nicht lange gedauert und ich war selbständig. Doch jetzt die Frage nach dem wohin?

Kambodscha als Auswanderungsland entdeckt

Da ich im Internet den grössten Teil meines Tages verbringe habe ich erst mal recherchiert. Millionen verdiene ich leider nicht, also war mir klar das ich in ein Land auswandern muss in dem die Lebenshaltungskosten relativ gering sind. Da ich ja auch nichts dagegen habe meinen Lebensstandard zu verbessern ist es logisch ist es also besser in ein Land auszuwandern in dem das durchschnittliche Einkommen nicht so hoch ist wie in Europa.

Das erste Land auf das ich gestossen bin war Paraguay. Dort kommt man schon mit 500 bis 800 Euro im Monat angeblich gut aus. Aber: Paraguay liegt nicht am Meer. Und wenn ich schon auswandere, dann will ich auch am Meer leben.

Indien geht nicht weil es einfach nicht geht. Aber evtl. Thailand. Dort war ich bisher 2 mal und es bietet eigentlich alles was ich von einem Auswanderungsland erwarte. Aber leider haben das schon zu viele Leute entdeckt und die Visapolitik dort macht es einfach zu kompliziert. Schliesslich will ich ein ruhigeres Leben und nicht alle 30 Tage einen Visarun machen.

Dann bin ich auf Kambodscha gestossen. Ein Visum für Kambodscha zu bekommen ist relativ einfach. Die Lebenshaltungeskosten sind ähnlich wie in Thailand. Vielleicht sogar etwas günstiger. Mit 1500 $ kommt man (je nach Lebensstil) eigentlich sehr gut zurecht. Zum Teil sogar mit wesentlich weniger. Ein Kambodschander verdient im Durschnitt ungefähr 200 Dollar und gehört mit 500 Dollar Monatseinkommen zu den besser verdienenden.

Man darf aber auf keinen Fall vergessen das die Lebenshaltungskosten in Kambodscha für Auswanderer wesentlich höher sind als die der Einheimischen. Nicht nur das man bei jedem Einkauf mehr zahlt, meistens will man auch nicht nach Kambodschanischem Standard wohnen.

Mit 1500 Dollar Lebenshaltungskosten sollte man als Europäer in Kambodscha rechnen. Aber dann kann man sich zumindest ein kleines Häuschen mieten. Abends essen gehen und seine Zeit geniessen. Dabei bleibt sogar noch etwas übrig um unverhergesehene Kosten wie z. B. Arztrechnungen zu zahlen.

Jeder der bereits ausgewandert ist wird einem raten erst mehrere Wochen dort hin zu fahren um sich alles anzuschauen. Also müsste eine Reise nach Kambodscha geplant werden. Ich mache das nicht, ich fahre einfach hin und schau es mir an. Und wenn es mir nicht gefällt fahre ich wieder.

Weiter geht es … irgendwann….

[Dieser Text wurde ungefähr im Sommer 2011 geschrieben. Genau weiß ich es nicht mehr da die Seite zwischendurch einige Zeit offline war]

2014 und immer noch nicht ausgewandert

Das Leben ist schon manchmal seltsam. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2014 und ich bin immer noch nicht ausgewandert. Alles Mögliche ist dazwischen gekommen und ich bin immer noch hier in Deutschland. Und es ist kalt. Und nass.

Den Traum vom auswandern habe ich erst einmal auf Eis gelegt. So ungern ich es zugebe, aber es gibt Dinge die wichtiger sind. Wenigstens werde ich bald mal hinfahren und mir das Land für knapp 3 Wochen anschauen. Dann werde ich ja sehen ob ich da nicht grundsätzlich daneben gelegen bin.

Ganz vom Tisch ist die auswanderei aber noch nicht. Irgendwann kommt der Tag an dem ich mich aus Deutschland verabschiede.

Weiter geht es … irgendwann …

[Februar 2014]

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