Die Killing Fields in Phnom Penh in Kambodscha

Die Killing Fields gehören wohl zu den bedrückendsten Orten Kambodschas. Die Gedenkstätte steht in jedem Reiseführer und sollte bei einer Rundreise durch das Land eigentlich auch nicht fehlen. Auch wenn man in seinem Urlaub vielleicht lieber Strand, Sonne und Kultur Kambodschas kennen lernen möchte gehört ein Ausflug in in eines der trauigsten Kapitel der Geschichte Kambodschas dennoch dazu.

Die Killing Fields findet man überall in Kambodscha

Die Killing Fields findet man am Stadtrand von Phom Penh in Choeung Ek. Vom Stadtzentrum aus erreicht man den ehemaligen Obstgarten und chinesischen Friedhof sie am besten mit dem Tuk Tuk. Wenn man von den „Killing Fields“ spricht ist meist die Gedenksätte bei Phnom Penh gemeint. Doch es ist nur eines der über 300 Massengräber die man bisher in Kambodscha gefunden hat. Wahrscheinlich wurde bis heute nicht jedes Massengrab entdeckt. Die zentrale Gedankstätte steht stellvertretend für die Millionen Opfer die das Regime der Roten Khmer in den Jahren 1975 bis 89 gefordert hat.

Nachdem die Roten Khmer 1975 Phnom Penh unter Kontrolle gebracht hatten begannen sie umgehend die Bevölkerung aus der Stadt zu vertreiben. Alle Einwohner der Städte mussten diese verlassen und wurden aufgefordert in ihre Dörfer zurückzukehren. Viele lebten aber schon seit Jahrzenten in der Stadt oder waren sogar dort geboren. Die Zwangsevakuierungen hatten zur Folge das viele Millionen Kambodschaner kein Dach mehr über dem Kopf hatten. Frauen, Kinder, Alte und Kranke wurden ohne Rücksicht aus der Stadt vertrieben. Sogar aus den Krankenhäusern wurden die Leute evakuiert und (teilweise vom Operationstisch weg) auf das freie Feld geschickt.

Auf diesen Routen wurde die Bevölkerung zwangsevakuiert oder zu den Killing Fields gebracht

Gleichzeitig mit den Vertreibungen begannen auch die sog. Massensäuberungen. Jeder der im Verdacht stand mit Ausländern zu kolaborieren wurde sofort hingerichtet. Auch die Familie des Verdächtigen wurde sofort umgebracht. Die Praxis stets die ganze Familie samt Frauen und Kindern zu töten haben die Roten Khmer auch in den folgejahren weitergeführt. Es sollte niemand übrig bleiben der sich eventuell rächen könne.

Sofort nach der Machtergreifung wurde auch damit begonnen politisch andersdenkende gefangen zu nehmen. Sie wurden in Foltergefängnisse wie das berüchtigte S21 gebracht und dort mit den grausamsten Methoden zu Geständnissen gewungen.

Die Killing Fields Gedenkstätte

Die Killing Fields Gedenkstätte befindet Sich am Stadrand von Phnom Penh. Über staubige Strassen und durch verwinkelte Gassen kommt man dort hin. Der Touristenansturm hängt natürlich von der Reisezeit ab, doch die Verwaltung der Genozid Gedankstätte ist gut auf die Besucher vorbereitet.

Eintrittskarte zur Killing Fields Gedenkstätte

Der Eintritt in die Gedenkstätte kostet für Ausländer 3 Euro (Kambodschaner dürfen kostenlos rein) und im Preis für die Eintrittskarte ist ein Voice Guide enthalten. Der Voice Guide sieht aus wie eine Art MP3 Player und man kann mit ihm über einen Kopfhörer in verschiedenen Sprachen die Geschichten zu den einzelnen Stationen des Rundgangs über die Killing Fields hören. Man hat auch die Möglichkeit sich einen Guide (Fremdenführer) zu buchen und sich von ihm die Anlage genauer erklären zu lassen.

Rundgang durch die Killing Fields

Als erstes nach dem betreten des Geländes sieht man die Gedächtnis Stupa. Sie ist auf dem Rundweg als letzte Station verzeichnet. Es fällt sofort auf das auf dem gesamten Gelände keine Gebäude mehr von damals erhalten geblieben sind. Alle Bauwerke wurden nach der Befreiung zerstört und die Reste teilweise von der Bevölkerung als Baumaterial verwendet. Die meisten Gebäude des damaligen Vernichtungslager waren ohnehin aus Holz und konnten leicht abgerissen werden.

Ein Rundgang durch die Killing Fields beginnt und endet an der Stupa

Vom Eingang kommend rechts neben der Stupa beginnt der Rundgang am ehemaligen „Truck Stop“. An dieser Stelle hielten die LKW um die Opfer abzuladen. Jeder ankommende Gefangene wurde registriert und nummeriert bevor sofort getötet oder in in eine der Bretterhütten eingesperrt wurde.

Am Truck Stop wurde die Gefangenen auf den Killing Fields abgeladen

Vom Truck Stop sieht man heute nur noch ein schlichtes Holzschild. Früher fuhren dort mehrmals täglich LKW mit 20 bis 30 zutiefst verängstigten Gefangenen vor um sie abzuladen. Viele der Opfer wurden vom Gefängnis aus hier her gebracht und hatten zum Teil schlimmste Folter überstanden. Viele ahnten wohl schon was ihnen bevorstand, wurden aber trotzdem bis zum Schluss belogen.

Das Gelände der Killing Fields Gedenkstätte ist kleiner als man es sich vielleicht vorstellen würde. Doch bei einem Rundgang wird einem eindrucksvoll vor Augen geführt zu welchen Taten Menschen fähig sind. Das ganze Feld ist von Massengräbern übersäht und man sieht eine Grube neben der nächsten. Heute herrscht in der Gedenkstätte eine ruhige und andächtige Atmosphäre. Man kann mir noch erahnen welche Zustände damals dort geherrscht haben.

Die Massengräber auf den Killing Fields

Einige der Massengräber sind umzäunt und es ist die Anzahl der Opfer angegeben. An den meisten steht nichts und von manchen sieht man nur noch eine kleine Mulde. Es ist aber anzunehmen das noch nicht alle Gräber entdeckt wurden. Erst vor ein paar Jahren wurden wieder neue Opfer des Völkermordes gefunden. Nur ein paar Meter ausserhalb des jetzigen Geländes.

Eine weitere Station ist der ehemalige „Chemical Substances Storage Room“ an dem ebenfalls nur noch eine Holztafel erinnert. An der Stelle wurden damals in einer Baracke chemische Substanzen wie DDT aufbewahrt die über die Toten gekippt wurden um den Gestank zu überdecken. Einige der Opfer die ihren Verletzungen noch nicht erlegen starben dann an diesen Giftstoffen. Beim Rundgang durch die Gedenkstätte entdeckt man überall auf dem Boden Kleidungsreste, Knochensplitter und menschliche Zähne. Diese werden zwar regelmäßig vom Personal eingesammelt doch der Regen schwemmt immer wieder neue Stücke an die Oberfläche. Die aufgesammelten Knochenstücke werden aufbewahrt, die Kleidungsreste werden in einer Vitrine gesammelt ausgestellt.

Um Munition zu sparen wurden die meisten Opfer mit Äxten, Beilen, Eisenstangen und anderen Gegenständen erschlagen. Die Schreie der Opfer sollten durch Musik übertönt werden. Dazu hängte man in einen großen Baum, den sogenannten „Magic Tree“ Lautsprecher auf die das Gelände mit ohrenbetäubender Musik beschallten.

Nur ein paar Meter entfernt steht der „Killing Tree“ der es zu grausamer Berühmtheit gebracht hat. Auf den Killing Fields wurden nämlich nicht nur Erwachsene sondern auch Kinder umgebracht.

Am Killing Tree auf den Killing Fields wurden Kinder und Babys erschlagen

Die Kinder und Babys wurden aber nicht wie die Erwachsenen getötet sondern so lange gegen den Baum geschlagen bis sie tot waren. Der Killing Tree ist zu einer Art Symbol für all die Grausamkeiten geworden die auf den Killing Fields geschehen sind.

Weiter hinten auf dem Gelände findet man einen kleinen See. Rundherum gibt es Bänke auf denen man sich hinsetzen und für ein paar Minuten die Eindrücke vom Rundgang verarbeiten kann.

Am See kann man den Killing Fields Rundgang verarbeiten

Wenn man dort im Schatten sitzt und sich den friedlichen See anschaut will man es nicht glauben was auf diesem Gelände vor nicht einmal 40 Jahren geschehen ist.

Die letzte Station auf dem Killing Fields Rundgang ist die große Gedenk-Stupa. In ihr werden tausende Schädel aufbewahrt.

In der Gedenk Stupa auf den Killing Fields werden die Totenschädel aufbewahrt

Bis unter die Decke auf mehreren Stockwerken sind die Schädel dort aufgestapelt. Im inneren der Stupa bekommt man eine grausige Vorstellung davon wie viele Menschen auf den Killing Fields gestorben sind. Man sieht dort auch einige der Mordwerkzeuge die von den Tätern damals verwendet wurden. Ihre Spuren kann man auch in den Totenschädeln sehen. Der Voice Guide hilft einem dabei alles zu verstehen und sich richitig zu verhalten. (Fotografieren ist ausdrücklich erlaubt)

Auch wenn ein Besuch der Killing Fields mit Sicherheit nicht zu den schönsten Erlebnissen bei einem Kambodscha Urlaub zählt sollte man sich die Gedenkstätte dennoch anschauen. Wer in Pnohm Penh ist und einen Tag für den Besuch der Killing Fields und des S 21 Gefängnisses einplant lernt viel über die traumatische Geschichte des Landes.

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