Geschichte und Kultur in Kambodscha

Kambodscha hat eine lange und leider in grossen Teilen sehr schmerzvolle Geschichte. Die Politik unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer mit den brutalen Morden an der Kambodschanischen Bevölkerung ist noch bis heute spürbar. Wer eine Reise nach Kambodscha macht tifft auf den Strassen noch zahlreiche Opfer dieser Zeit.

In diesem relativ kurzen Abschnitt der Geschichte Kambodschas wurden bis zu 2,2 Millionen Kambodschaner von der Regierung ermordet. Die Spuren des Diktators Pol Pot und anderer Millitärführer sind noch heute zu sehen. Auch ein Besuch der Killing Fields der zu jedem Kambodscha Urlaub gehört macht einem die Grausamkeit dieser Zeit klar.

Geschichte und Politik in Kambodscha

König Norodom- Sihamoni ist der König von Kambodscha und ist beim Volk sehr beliebt.Früher waren Könige die uneingeschränkten Alleinherrscher in Kambodscha, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Sturz der Roten Khmer ist Kambodscha eine konstitutionelle Monarchie in der das Parlament grossen Einfluss auf die Politik des Landes hat. Dennoch wird der König von Kambodscha Norodom Sihamoni von seinem Volk sehr verehrt.

Die ersten Erwähnungen Kambodschas in der Geschichte werden auf das 3te Jahrhundert n. Chr datiert. Berichte chinesischer Handelsreisender sprechen von der starken Dynastie der Fuan mit denen sie auch Handel treiben.

Ab dem 8 Jahrhundert nach Christus übernimmt das Volk der Khmer die Herrschaft. Bis zum 14 Jh. n. Chr. bauen Sie ihre Wirtschaftsmacht weiter aus und die Könige werden zu mächtigen Alleinherrschern die ihren Reichtum vor allem auf dem Reisanbau begründen. In dieser Zeit entstand auch Angkor Wat das zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kambodscha gehört.

Im Jahr 1177 erobern vietnamesische Truppen das Königreich Angkor und halten es einige Jahre lang besetzt. Bis ab dem Jahr 1181 der damalige Khmer König Jayavarman VII mit der Rückeroberung des Reiches beginnt.

Schon 1369 wird Kambodscha erneut besetzt. Diesesmal von Siam (Thailand) das seine Grenzen offensichtlich schon damals zu eng fand.

Ab dem Jahr 1813 wird Kambodscha unter vietnamesischen Schutz gestellt. Damit kehrt wenigstens für ein paar Jahre Frieden ein. Das Protektorat wird bis 1953 aufrecht erhalten.

Ab 1863 wird das Land erstmals mit einer Kolonialmacht konfrontiert. Die Franzosen erobern das Königreich und unterwerfen es innerhalb relativ kurzer Zeit. Bis 1953 werden von Frankreich mehrere Könige eingesetzt die das Land regieren. Diese Einheimischen Könige sind aber stets dem Willen Frankreichs und deren Befehlen unterworfen.

1863 n. Chr. wird Kambodscha unter französisches Protektorat gestellt. Das Land wird von Frankreich verwaltet und hat sich dessen willen zu unterwerfen, auch wenn die Könige nun offiziell nicht mehr durch die Protektoratsregierung eingesetzt werden.

Schon im Jahr 1884 wird das Königreich wieder von Unruhen erschüttert. Als Reaktion auf von Frankreich gewünschte politische Reformen die von den Kambodschanern abgelehnt werden gibt es Aufstände.

König Sihanouk nach dem auch die Stadt Sihanoukville benannt ist wird 1941 im Alter von 19 Jahren von den Franzosen zum Kambodschanischen König ernannt.

Während des 2ten Weltkrieges besetzen die Japaner Kambodscha (das damals Französisch Indochina heisst) mit der Absicht es in die Unabhängigkeit zu entlassen. Der Plan wird 1945 noch während des Krieges umgehend in die Tat umgesetzt. Das Königreich wird zum ersten mal seit langer Zeit wieder unabhängig.

Schon kurze Zeit später, noch im selben Jahr muss Japan seine Kapitulation einreichen und Kambodscha fällt wieder zurück an seine früheren französischen Kolonialherren.

Ein Jahr nach dem 2ten Weltkrieg entstehen im Jahr 1946 die ersten politischen Parteien. Seit langer Zeit wieder ein Lichtblick in der Geschichte Kambodschas.

Die Politik im Land, aber vor allem politische Machtinteressen verhindern das in dem asiatischen Land mit der erneuten Unabhängigkeit 1953 endlich Frieden einkehrt. Es beginnt wieder einmal eine Phase langen Leidens die als eine der grausamsten in die Geschichtsbücher eingeht. Bis 1989 dauert der Krieg und er fordert unzählige Opfer in der Zivilbevölkerung.

Im Jahr 1955 der ehemalige König Sihanouk zum Staatschef ernannt. Sein Vater übernimmt getreu der Kultur Kambodschas das Königamt. Diese politische Konstellation kann aber wieder nur bis 1970 aufrecht erhalten werden. In diesem Jahr wird durch einen Staatsstreich Sihanouk gestürzt und Premieminister Lon Nol übernimmt die Macht.

Schon vorher, ab 1969 wird Kambodscha von den USA massiv bomardiert. Da viele Kämpfer aus dem Vietnamkrieg auf Kamobdschanischen Boden Schutz suchen wird bis 1973 ganz Kambodscha durch ständige Bombardierungen erschüttert. Doch schon damals traf es wie heute auch überwiegend die arme Zivilbevölkerung.

Während dieser Zeit, ab ca. 1970 werden die Roten Khmer immer stärker und sie beginnen unter der armen und ungebildeten Landbevölkerung Kämpfer zu rekrutieren. Bis 1975 werden die Roten Khmer so stark das es ihnen im Jahr 1975 gelingt die Hauptstadt Pnom Penh zu erobern.

Einige der Opfer die unter den Roten Khmer gestorben sind

Die folgende Zeit fordert viele Opfer beeinflusst die Kultur in Kambodscha nachhaltig. Die Roten Khmer setzen alles daran einen Agrarkommunismus einzuführen und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Bis zu 2,2 Millionen verlieren durch Folter und Massenmord ihr Leben. Genaue und verlässliche Zahlen darüber gibt es nicht. Wer heute die Attraktionen in Kambodscha besucht sollte sich das stets vor Augen halten.

Hoffnung kann die Bevökerung erst 1979 wieder schöpfen als Truppen aus Vietnam in das Land eindringen um es zu befreien. Doch die Kriege sollen 10 Jahre lang anhalten bis 1989 die Roten Khmer besiegt sind. Noch im selben Jahr ziehen die vietnamesischen Truppen sich zurück und der Staat Kambodscha wird ausgerufen.

Endlich beginnt eine friedlichere Zeit nachdem die Geschichte des Landes so schmerzvoll war. Zwei Jahre später werden 1991 in Paris Friedensverträge unterzeichnet und das Land kann in eine sichere und friedliche Zukunft schauen. Im selben Jahr noch wird Kambodscha unter Schutz der UNO gestellt und eine Übergangsregierung wird gebildet. Die Partei CCP ist seit dieser Zeit an der Macht und geniesst einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung.

1993 wird offiziell eine konstitutionelle Monarchie ausgerufen die bis zum heutigen Tag einen grossen Rückhalt geniesst.

1997 scheint der Frieden kurz zu wackeln als der damalige zweite Ministerpräsident Hun Sen den Ministerpräsidenten Ranariddh aus seinem Amt ins Exil vertreibt. Doch als Pol Pot 1998 stirbt kehrt er aus seinem Exil zurück und geht eine Kolallitionsregierung mit seinem ehemaligen Rivalen Hun Sen ein.

Die Koallition der Regierungsparteien FUNCINPEC (National United Front for an Independ, Neutral, Peaceful and Cooperative Cambodia) und der CCP beschloss in den Jahren 98/99 eine Amnestie für die ehemaligen Funktionäre der Roten Khmer.

Die ASEAN Gruppe nimmt Kambodscha als neues Mitglied auf.

Im Jahr 2002 siegt die CCP bei Kommunalwahlen und sie schafft es diesen Sieg auszubauen. 2003 gewinnt die CCP die Wahlen zur Nationalversammlung und regiert seit dem mit absoluter Mehrheit.

Seit dieser Zeit ist es in Kambodscha friedlich und die Geschichte scheint eine gute Wendung für das Königreich genommen zu haben. Die Leiden der Vergangenheit sieht man zwar auch heute noch, aber die Kultur des Landes und seine Sehenswürdigkeiten tragen zu einem langsamen Aufschwung bei.

Orte wie der Badeort Siem Reap profitieren ganz besonders davon das die Touristenzahlen seit einigen Jahren wieder nach oben gehen.

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