Siem Reap – Touristendestination für einen Angkor Wat Besuch

Die Touristendestination Siem Reap

Eigentlich bräuchte man Siem Reap nicht besuchen. Ausser diversen Nachtmärken und ein paar für Touristen hergerichteten Strassenzügen ist hier nicht viel los.

In Siem Reap gibt es viele Märkte für Touristen

Die meisten Restaurants schliessen (aufgrund der recht harten Bestimmungen) um 23 Uhr. Auch auf dem Night Market ist ab 11 Uhr Abends dicht. Nur in der Pub Street geht es etwas länger. Dort dürfen die Touristen bis etwa 2 Uhr Nachts wach bleiben. In 2 Clubs wird auf den Tischen getanzt, aus Eimern getrunken (zumindest so ähnliche Gebilde, man könnte es auch für Babytoiletten halten) und eigentlich fehlt nichts was das Touristenherz begehrt.

Die Pub Street in Siem Reap bei Nacht

Na ja, so ganz meins ist es ja nicht, aber ansonsten ist die Stadt ab 23 Uhr einfach wie ausgestorben. Nicht ganz einfach, weil ich doch um die Zeit erst richtig aktiv werde. Spaziergänge am Flussufer sind ganz nett. Mit der Zeit allerdings auch ganz reichlich anstrengend.

Siem Reap mitten in der Nacht fotografiert

Abseits der Touristenstrassen ist nicht mehr ganz so schön wie im Zentrum. Die Strassen sind (wenn vorhanden) dreckig und die Häuser oft schon ziemlich heruntergekommen. Am Tag wie auch in der Nacht streifen viele Müllsammler auf der Suche nach Pfandflaschen durch die Strassen und viele Obdachlose haben sich einen Platz zum schlafen gesucht. Ab und zu sitzen auch Kinder am Strassenrand und schnüffeln Klebstoff. Die wohl billigste aller Drogen. Nahezu jeder Tuk Tuk Fahrer bietet seinen Fahrgästen Marihuana an. Die Preise und die Qualität schwanken aber offensichtlich erheblich. Auch die Strassenjungs die sich Nachts am Fluss versammeln versuchen noch den einen oder anderen Dollar mit dem gefährlichen Drogenhandel dazuzuverdienen.

Abseits der Hauptstrassen sieht Siem Reap nicht so schön aus

Es soll aber nicht der Eindruck entstehen das Siem Reap die reiste Drogenstadt ist. Nur in den Bergen von Kambodscha wächst halt nun mal Marihuana und natürlich versuchen die Menschen alles um ihren Lebensunterhalt etwas aufzubessern. Ausserdem ist das nicht nur in Siem Reap so, sondern überall in Kambodscha. Dort wo Touristen sind wird angeboten was gekauft wird. Das gilt übrigens auch für die Apotheken. In den kleinen „Pharmacie“ läden kann man nicht nur Kopfschmerztabletten und Medikamente gegen Reisekrankheiten kaufen sondern auch Valium und andere rezeptpflichtige Medikamente.

In Siem Reap gibt es nahezu überall Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente

Die Polizei scheint das treiben hinzunehmen bzw. sich für die Toleranz gut bezahlen zu lassen. Denn Korruption ist in Kambodscha ebenso alltäglich.

In Siem Reap übernachten und Angkor Wat besuchen

Wer Angkor Wat besuchen will kommt um eine Übernachtung in Siem Reap gar nicht herum. Macht ja auch nichts, für ein paar Tage ist es dort ja ganz nett. Und gerade Angkor Wat gehört zu den Sehenswürdigkeiten die man nicht verpassen darf wenn man in Kambodscha ist. Es gibt auch eine grosse Auswahl an diversen Hotels und Hostels in nahezu jeder Preislage. Bei gut 10 Dollar pro Nacht geht es los. Mit meiner Auswahl, dem Angkor Saphir Hotel war ich eigentlich sehr zufrieden, aber man kann hier locker auch 60 Dollar die Nacht und mehr hinblättern. Selbstverständlich bekommt man dafür dann auch entsprechenden Standard geboten.

Hotel in Siem Reap – Glück gehabt und auch noch günstig

Visitenkarte der Das Huy Leng Angkor Saphir Hotel in Siem Reap

Schon auf der Fahrt von Poi Pet nach Siem Reap hatte der Taxifahrer zweifel daran dass ich ohne Reservierung ein vernünftiges Hotel bekommen würde. Im Moment ist High Season und scheinbar alles ausgebucht. Wenn man es Last Minute will braucht man wohl jede Menge Glück.

Und auch der erste sowie der 2te Tuk Tuk Fahrer glaubten nicht so recht dass ich um die Zeit einfach zu dem Hotel fahren und einchecken konnte. Er würde mich aber gerne dort hin fahren, und wenn es nicht klappt dann hilft er mir bei der Suche nach einer neuen Unterkunft – zumindest für die erste Nacht.

Also nichts wie auf zum Angkor Saphir Hotel. Das Problem nur, das Angkor Saphir Hotel hat mittlerweile seinen Namen geändert. Nach ein paar kurzen Nachfragen bei anderen Tuk Tuk Fahrern war ich dann trotzdem angekommen. Zum Glück war der alte Name noch an der Tür angeschrieben.

Das Huy Leng Hotel in Siem Reap hat saubere Zimmer

Der erste Einblick war recht gut. Das Hotel ist zwar in einer grässlich Pink – Rosa Farbe angestrichen. Aber recht sauber und vermittelt einen guten Eindruck.

Wahrscheinlich ist der neue Name besser für die vielen Chinesen die in diesem Hotel absteigen. Der Preis war günstiger als erwartet. Statt der erwarteten 22 Dollar waren es nur 15$ pro Nacht. Natürlich habe ich mir zuerst das Zimmer zeigen lassen. Das sollte man immer machen, egal ob man ein exclusives oder ein günstiges Hotelzimmer in Kambodscha bucht.

Aber das Zimmer war gut. Sauber, mit Klimaanlage, Dusche und WC. Mehr brauche ich nicht. Und scheinbar hatte ich damit ja auch jede Menge Glück. Natürlicht ist es das „Angkor Saphir“ nicht mit dem Krungkasem Srikrung Hotel in Bangkok zu vergleichen. Aber das macht ja auch nichts.

Das Huy Leng Hotel in Siem Reap Kambdoscha ist sauber und günstig

Erstmal einchecken, wieder mal Formulare ausfüllen und dann endlich eine Dusche. Warmes Wasser funktionierte zwar nicht, aber ist ja auch nicht unbedingt nötig. Eine gute halbe Stunde später fühlte ich mich wieder wie ein Mensch. Ein müder zwar, aber deutlich besser. Und hungrig, also war Nahrungsbeschaffung das nächste Ziel.

Kaum raus aus dem Hotel schlenderten auch schon die beiden Australier an meinem Hotel vorbei. Offenbar mit dem selben Ziel. Wir beschlossen gemeinsam nach einem Restaurant zu suchen.

Gar nicht so einfach wie man glauben will. In Siem Reap ist Nachts nämlich „der Hund begraben“. Auf den Strassen ist nicht mehr viel los bis auf einige Tuk Tuk fahrer die einem ihre Dienste anbieten. Wenn man kein Tuk Tuk will (für die Fahrer quasi unverständlich) dann doch wenigstens „Lady Bum Bum“ oder zumindest Marihuana.

Wollten wir alles nicht, nur etwas zu essen, und am liebsten etwas das wir uns selbst ausgesucht hatten. Viele Auswahlmöglichkeiten hatten wir ja nicht, scheinbar war der Night Market einer der wenigen Plätze an denen um diese Zeit noch etwas los ist.

Also nichts wie hin. Und tatsächlich fanden wir vor einem 24/7 Supermarkt auch noch einen Strassenstand an dem Suppen, gebratener Reis und Nudeln serviert wurden. Dazu noch 2 Bier – das ganze fuer 3 Dollar. Danach waren wir reif für’s Bett.

Auch um Huy Leng Hotel gibt es wieder eine Dachterasse. Zwar keine private, aber ausser mir ist da keiner raufgekommen.

Die Dachterasse des Huy Leng Hotel

Der Ausblick hier – anders, aber auch sehr schön. Und ruhig.

Der Ausblick vom Huy Leng Hotel bei Nacht

Vom Grenzübergang Poi Pet nach Siem Reap mit dem Taxi

Vom Grenzübergang Poi Pet nach Siem Reap mit dem Taxi

Mr. Brous, der freundliche Khmer der uns direkt am Grenzuebergang Poi Pet empfangen hatte war wirklich sehr zuvorkommend. Er versprach zu warten bis wir etwas gegessen hatten und wollte uns dann mit seinem Taxi nach Siem Reap bringen. Der Preis dafuer – 2000 Bath. Vollkommen ok wie ich finde. Es geht zwar garantiert auch billiger, aber durch 3 geteilt kann man sich das ja auch locker leisten.

Er zeigte uns einen kleinen Essensstand. Und wartete in der Naehe auf einer Bank. Die 2 Spanier bestellten Chicken Burger, ich wollte Chicken Wings, dazu Bier. Nicht die optimale Wahl wie ich festgestellt habe, aber ich denke das essen bei uns an der Grenze ist auch nicht wesentlich besser. Die Burger waren Miniaturen, und ich hatte einen einzigen Huenerschenkel auf meinem Teller. Aber schoen garniert mit etwas Salat und einer Tomate. Macht nix, ich kann ja dann auch in Siem Reap noch etwas vernuenftiges essen.

Die Fahrt mit dem Taxi von Poi Pet nach Siem Reap

Nach dem essen ging es sofort los. Zu unserer Verwunderung war aber nicht Mr. Brous am Steuer sondern einer seiner Kollegen. Der Job von Mr. Brous war es scheinbar nur die Kunden einzufangen. Der Fahrer erklaehrte uns das die Fahrt normalerweise 2 Stunden dauert, doch nachts kann er nicht so schnell fahren weshalb wir in etwa 2.5 Stunden brauchen werden.

Das Taxi war ein guter Mittelklassewagen (Toyota glaub ich) mit Ledersitzen und Klimaanlage. Nach ziemlich genau 2,5 Stunden Taxifahrt waren wir dann in Siem Reap. Der Fahrer erklaehrte uns das er sich in der Stadt nicht so gut auskennt und wir von jetzt an besser mit dem Taxi weiterfahren.

Ich dachte schon das jetzt die Zeit gekommen ist wo wir etwas extra zahlen muessen. Drei Touristen, spät Abends in einer fremden Stadt. Die meisten Taxifahrer in Thailand wuerden die Situation wohl ausnutzen. Aber weit gefehlt. Ein sehr junger Tuk Tuk Fahrer namens Smai (er nennt sich selbst Tom – ist wohl besser fuer die Touristen) uebernahm uns und erklaerte das auch dieser Transfer im Taxipreis inclusive ist.

Die beiden Spanier hatten bereits im vorraus ein Hotel gebucht. Ich nicht, aber ich hatte mir eines ausgesucht. Auch kein Problem. Ein paar Strassen weiter uebergab er mich an einen anderen Tuk Tuk Fahrer – auch das bei den Taxikosten inbegriffen. Der brachte mich dann auch sofort zu dem Hotel das ich mir ausgesucht hatte.

Ich konnte es kaum glauben, weder der Taxifahrer noch einer der Tuk Tuk Fahrer hatte versucht uns extra Geld abzunehmen. Ueber die 2 Dollar extra hat er sich trotzdem sehr gefreut.

Wer mit Mr. Brous fahren moechte, ich kann es nur empfehlen:

Visitenkarte des Taxiunternehmens Mr. Brous für die Fahrt Poi Pet Siem Reap
Mr. Brous Taxi:

012-866 769
088-999- 8984
091-5093478

Welche Nummer wofuer ist kann ich leider nicht genau erkennen Am besten einfach mal ausprobieren.

An der Grenze Poi Pet in Kambodscha – freundlich und ein bisschen korrupt

Der Grenzübergang Poi Pet an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha

An der Grenze angekommen war ich erst mal ein kleines bisschen verwirrt. Ein staubiger Platz kaum Schilder, keine Lichter, keine Beamten sichtbar. So ganz anders als ich die Grenze erwartet haette. Ok, tagsueber ist hier garantiert mehr los. Aber um halb 8 Abends war hier fast niemand mehr unterwegs.

Zuerst muss man bei den Thailaendischen Behoerden auschecken. Dazu geht man in ein seitliches Gebaeude in den ersten Stock und dort zu einem der vielen Schalter. Nachmittags ist hier bestimmt die Hoelle los. Aber um die Zeit waren es gerade einmal eine Handvoll Touristen. Nach 2 Minuten war die Sache erledigt.

Auf der anderen Seite wurde die kleine Gruppe schon von einem sehr freundlichen Khmer begruesst. Irgendwie hatte ich schon schlimmsten Beschiss erwartet. Aber um es gleich vorweg zu nehmen. Da hatte ich mich ganz schoen getaeuscht.

Im Zug hatte ich 2 Spanier kennen gelernt und da wir das selbe Reiseziel hatten beschlossen wir uns ein Taxi zu teilen. Wir erklaerten das wir nach Siem Reap wollten, aber vorher noch etwas essen und kurz ausruhen. Kein Problem, er wuerde auf uns warten.

Zuerst mal das Visum fuer Kambodscha bekommen

Wenn man ueber die Grenze kommt fuehlt man sich ein kleines bisschen wie in Las Vegas. Ein wildes durcheinander von Menschen, Autos, Tuk Tuks, Motorbikes und jede Menge Neon Lichter.

Der erste Gang fuert zum Visa Office. Auch hier war ausser den 2 Spaniern, dem Chinesen und mir niemand. Scheinbar ist es eine ziemlich gute Zeit erst so spaet Abends anzukommen. Im Visa Office bekamen wir gleich Formulare in die Hand gedrueckt die wir auszufuellen hatten. Die benoetigten 2 Fotos hatte ich natuerlich nicht dabei. Macht aber nichts, der freundliche Grenzbeamte zog das Passfoto eines x-beliebigen Touristen aus der Tasche, verlangte 800 Bath und meinen Pass. Das alles uebergab er dann einem anderen Beamten an einem Schalter, und ich sollte Platz nehmen und warten. Ein bisschen seltsam war mir in dem Augenblick schon zu Mute. Aber wird schon gut gehen.

Waehrend meiner Wartezeit fragte mich der Beamte dann nach etwas Geld fuer die Kaffeekasse. Ich hab ihm 100 Bath gegeben und er war zufrieden. Eigentlich hatte ich ja nicht vor Bestechungsgelder zu zahlen, aber wenn man gerade an der Grenze sitzt, seinen Pass nicht in der Hand hat und auf die Beamten angewiesen ist kann man sich das auch mal anders ueberlegen 😉

Ein paar Minuten spaeter hatte ich meinen Pass mit eingeklebtem Visum fuer Kambodscha in der Hand. Alles gut gegangen.

Spaeter haben mir die beiden Spanier erzaehlt das sie ebenfalls 800 Bath fuer ihr Visum gezahlt haben. Auf das Geld fuer die Kaffeekasse haben sie allerdings verzichtet. Ihnen war aufgefallen das der Beamte nur dann nach Trinkgeld fragt wenn der ebenfalls anwesende hoehere Beamte gerade in eine andere Richtung schaut.

Und jetzt weiter zur naechsten Kontrollstelle. Auch hier wieder Formulare ausfuellen und am Schalter abgeben. Hier wurde mein Pass sehr genau unter die Lupe genommen, ich wurde fotografiert und von jedem Finger wurden Fingerabdruecke genommen. Ob mich der Grenzbeamte ueberhaupt wahr genomen hat kann ich nicht genau sagen. Er hatte seine Kopfhoerer voll aufgedreht und wippte zu Khmer Sound hin und her.

Nach 2 Minuten war aber auch das erledigt und ich kriegte noch einen zusaetzlichen Stempel in meinen Pass. Dann raus aus dem Haeuschen und weiter zum naechsten Beamten, der quasi direkt vor der Tuer stand. Er wollte eigentlich nur sehen ob man ueberhaupt einen Pass hat. Kontrolliert hat er nicht wirklich.

Geschafft. Jetzt bin ich endlich in Kambodscha angekommen und gespannt wie es weiter geht.

Bangkok – Aranyaprathet mit dem Zug zweiter Versuch

Nachdem mein erster Versuch von Bangkok mit dem Zug zur Grenze nach Kambodscha zu fahren gescheitert ist probiere ich es jetzt erneut. Jetzt weiss ich ja wann der Zug faehrt. Und nachdem ich nicht schon wieder zu lange schlafen will habe ich den Mann gebeten mich um 9 Uhr zu wecken.

Dann ist reichlich Zeit um in Ruhe zu fruehstuecken, ein Zug Ticket vom Bahnhof gegenueber zu holen und meine Sachen zu packen.

Vom Bahnhof Hua Lampong nach Aranyaprathet zur Grenze Poi Pet

Puenktlich um 9 Uhr klingelt das Telefon. Mein Wakeup Call. Ich hatte zwar zur Sicherheit einen Wecker auf halb 10 gestellt. Aber auch hier hat das Krungkasem Srikrung Hotel wieder seinen wirklich tollen Service bewiesen.

Endlich am Bahnhof, und heute gibt es auch Zug Tickets. Die einfache Zugfahrkarte von Bangkok Hua Lampong nach Aranyzprathet in der 3ten Klasse kostet 48 Bath. Dritte Klasse klingt aber schlimmer als es ist. Ich bin mir auch gar nicht sicher ob es eine 1ste und 2te ueberhaupt gibt.

Der Zug startet puenktlich um 13:05 Uhr und die Fahrt dauert bis 17:35 Uhr. Ich freu mich drauf. Meine letzte Zugfahrt in Thailand is schon eine ganze Weile her und damals war es toll. Auch dieses mal war es wieder gut. Allerdings sind nicht wie beim letzten Mal staendig Verkaeufer mit diversen Leckereien vorbeigekommen.

Verhungern oder verdursten muss man zwar auch hier nicht, aber es waren nur 2 Verkaeufer auf dem Zug die immer die selben 3 verschiedenen Gerichte und diverse gekuehlte Getraenke angeboten haben. Leider nicht der kulinarische Queerschnitt auf den ich gehofft hatte. Aber was solls, ich war gut versorgt und Zugfahren finde ich sowieso super.

Endlich in Aranyaprathet an der Grenze zu Poi Pet

Der Zug kam mit einer guten Stunde Verspaetung in Aranyaprathet an. Keine Ahnung warum es laenger gedauert hat. Zumindest gab es keinen laengeren Stop oder sonst irgendwelche Zwischenfaelle. Thai Zeit eben… 🙂

Besonders eilig hab ich es im Urlaub ja auch nicht. Doch im Zug hatte ich erfahren das die Grenze um 21:Uhr schliesst. Und nachdem hier manches etwas laenger dauert ist vielleicht doch etwas Eile geboten.

Am Bahnhof warteten (wie zu erwarten) Heerscharen an Tuk Tuk und Motorbike Fahrer auf Kunden. Das Tuk Tuk habe ich mir mit einem sehr Chinesisch aussehenden Mann aus den USA geteilt. Ob er wirklich aus Amerika kommt habe ich aber stark bezweifelt. Sein Englisch war geradezu unglaublich schlecht – noch schlechter als meins, und das will was heissen – er war kaum zu verstehen.

Wie viel ich vom Bahnhof Aranyaprathet zur Grenze Poi Pet gezahlt habe weiss ich nicht mehr, ich glaube das Tuk Tuk kostete 200 Bath. Der China Amerikaner hat zwar versucht lautstark zu handeln und sich zum gehen umgedreht. Aber die Tuk Tuk fahrer wissen eben das man eigentlich keine Wahl hat.

Man kann zwar vom Zug aus auch zum Bahnhof laufen. Zumindest habe ich in einigen Internetforen gelesen das es nur ein paar Hundert Meter sein sollen. Aber das kann ich nicht bestaetigen. Ich schaetze es waren 3 oder 4 Kilometer. Und die haette ich nicht laufen wollen. Schon gar nicht wenn die Grenze zu Kambodscha bald schliesst.

Mein neues Hotel in Bangkok – The Krungkasem Srikrung Hotel

Blick vom Srikrung Hotel in Bangkok

Nachdem mein erster Versuch mit dem Zug nach Aranyaprathet zu fahren gescheitert ist stehe ich jetzt ohne Zugticket und ohne Unterkunft am Bahnhof Hua Lampong. Zurück ins Business Inn wollte ich aber auch nicht unbedingt. Also erst mal raus aus dem Bahnhof.

Direkt gegenüber (auf der Seite wo die Taxis warten) über den Fluss hab ich dann gleich das Krungkasem Srikrung Hotel entdeckt. Sieht etwas teurer aus, aber was solls. Fragen kostet ja nichts. Also erstmal rein. Der erste Eindruck war sehr gut. Der junge Mann am Empfang war super freundlich und ein Zimmer kostet 750 Bath in der Nacht. Na da bin ich ja mal gespannt….

Ein Angestellter zeigte mir das Zimmer, und ich währe von den Socken gewesen wenn ich welche angehabt hätte. Ein richtig grosses Zimmer im 7ten Stock mit 2 grossen Doppelbetten, einem sauberen Bad, Klimaanlage (die nicht klingt wie ein startender Duesenjet) und ein Flatscreen.

Zimmer im Krungkasem Srikrung Hotel

Das beste an dem Zimmer war aber die Aussicht vom Balkon. Ich hatte zwar nicht die bekannte Skyline mit den vielen Wolkenkratzern aber für mich war es perfekt. Ein toller Ausblick über den „normalen“ Teil Bangkoks. Bei Tag schön – Nachts einfach großartig.

Ausblick von der Dachterasse des vom Krungkasem Srikrung Hotel bei Nacht

Klar das ich das Zimmer nehme. Zurueck an der Rezeption, nach den üblichen Formalitaeten erklärte mir der Mann noch das das Wasser und der Kaffee (loeslicher Pulverkaffee) im Preis inclusive sind. Genau wie das Frühstück.

Die Adresse des Krungkasem Srikrung Hotel in Bangkok auf einer Visitenkarte

 

Hier nochmal die Adresse:

The Krungkasem Srikrung Hotel
1860 Krungkasem Rd., Pomprab, Bangkok 10100. Thailand
Tel. :02-225-0132 / 02-225-8900-3 –

Fax: 02-225-4705

E-Mail: info@srikrunghotel.com / srikrung_htl@yahoo.com

www.srikrunghotel.com

Mit der Karte als Wegbeschreibung sollte das Hotel ganz leicht zu finden sein.

Informative Wegbeschreibung zum Krungkasem Srikrung Hotel

Sollte ich wieder nach Bangkok kommen werde ich ziemlich sicher wieder dort einchecken. Wer nicht unbedingt auf den Trubel in Bangkoks Nachtleben aus ist dem kann ich es unbedingt empfehlen.

Von Bangkok nach Aranyaprathet mit dem Zug – erster Versuch

Von Hua Lampong startet die Zugfahrt von Bangkok nach Aranyaprathet

Ich bin ja nicht gerade als Fruehaufsteher bekannt. Deshalb habe ich mich entschlossen den Mittagszug von Bangkok Hua Lampong nach Aranyaprathet zum Grenzuebergang Poi Pet zu nehmen. Also zum Subway Train (U-Bahn) die direkt an der Sukhumvit 32 startet. Erst mal habe ich mich noch brav an einem der Ticket Schalter angestellt um mein Ticket zu holen. Vollkommen ueberfluessig wie ich im nachhinein feststellen musste. Die Automaten sind kinderleicht zu bedienen, selbst wenn man kein Englisch kann. Einfach auf die Station druecken zu der man will, Geld einwerfen und schon hat man das Ticket. Da koennte sich die Deutsche Bahn wirklich etwas abschauen.

Die Fahrt von der Sukhumvit Road bis zur Entstation Hua Lamphong dauert ca. 10 Minuten und kostet 27 Bath. Die U-Bahn ist angenehm klimatisiert. Da hab ich mich gefragt warum Siemens gute Bahnen in Thailand hinbekommt aber in der Muenchner S-Bahn versagt die Klimaanlage schon bei 25 Grad….

Am Bahnhof Hua Lamphong

Der Bahnhof ist toll. Zumindest hab ich das so empfunden. Wenn man ihn mit dem Muenchner Hauptbahnhof vergleicht ist es hier doch um einiges angenehmer. Gut klimatisiert, ueberall Staende mit Reiseproviant und gegenueber auf der anderen Strassenseite einige Staende mit 1000 verschiedenen Gerichten. Die meisten Leute sitzen in kleinen Gruppen auf dem Boden. Es gibt aber auch Stuehle und einen Bereich der fuer Moenche reserviert zu sein scheint.

Die Moenche geniessen natuerlich einen ganz besonderen Status in Thailand, so wie in ganz Asien. Wie weit es allerdings um ihr spartanische Leben bestellt ist vermag ich nicht zu beurteilen. Zumindest habe ich kaum einen ohne Smartphone gesehen.

Der Mann am Ticketschalter hat nach 2 Minuten begriffen wo ich hin moechte (obwohl das an diesem Bahnhof sicherlich nichts besonderes ist) nach weitern 2 Minuten hatte dann ich begriffen das der Zug fuer den heutigen Tag schon weg ist. Auf einer Tafel stand zwar etwas anders, aber was will man machen…

Fuer den naesten Tag konnte ich auch noch kein Ticket kaufen. Das geht immer nur fuer den selben Tag versicherte er mir. Ok, ich habe ja scheinbar keine andere Wahl. Nur jetzt hatte ich natuerlich kein Hotel mehr.

Bangkok bei Tag und Nacht und ein deutscher Sextourist

Mein 2ter Tag in Bangkok war aehnlich ereignislos wie der erste. Durch die Strassen bummeln, hier und da etwas an einem der unzaehligen Strassenstaende essen und den Tuk Tuk und Motorbike Fahrern aus dem Weg gehen. Manchmal gar nicht so einfach wie gedacht. Aber ist ja auch logisch, jede Langnase (und noch dazu die blassen) sind potentielle Geldgeber. Wer nicht Tuk Tuk fahren will bekommt meistens mindestens eine Massage angeboten. Ein einfaches Nein reicht nicht in jedem Fall. Ausser der Fahrer hat sein Geld fuer den Tag schon verdient, dann gehts. Aber bald bin ich ja raus.

Morgen Mittag will ich den Zug nach Poipet nehmen und dann endlich meine Reise queer durch Kambodscha beginnen.

Abends beim Essen in einem der kleinen Restaurants hatte ich noch das zweifelhafte Vergnuegen einen der deutschen Touristen kennen zu lernen von denen es in Bangkok wohl reichlich gibt. Rolf, Architekt aus Berlin ca. 50 Jahre alt und garantiert nicht wegen der Tempel in Thailand. Sicher, es gibt jede Menge deutscher Sextouristen in der Stadt, aber dieses Exemplar hat wirklich jedes Vorurteil erfuellt. Ein echter Prototyp sozusagen.

Der „German Beer Garden“ war wohl sein 2tes Zuhause, und er erzaehlte mir mit stolz geschwollener Brust das er in ein paar Stunden noch eine Verabredung mit 2 Schwestern hat.

Ein paar Stunden spaeter habe ich ihn mit den beiden in einem Supermarkt gesehen. Sympathie war da nicht auszumachen, obwohl sie ihm natuerlich staendig versicherten was fuer ein „nice guy“ er ist. Na ja, morgen bin ich weg.

Bangkok Tag 1 – Proteste und erste Erkundungen

Die erste Nacht in Bangkok war schneller vorbei als erwartet. So um 6 Uhr morgens war ich wieder hellwach. Und das an einem Sonntag. In Deutschland koennte mir das garantiert nicht passieren. Zumindest nicht das ich „schon wach“ bin.

Sollte jemals jemand behauptet haben das Bangkok nie schlaeft, der war noch nie an einem Sonntag morgen um diese Zeit unterwegs. Klar, ein paar Leute sind schon unterwegs, aber zu tun gibt es um diese Zeit noch nicht viel. Noch nicht einmal die Souvenierverkaufer sind da. Die fangen Sonntags erst gegen 7 – halb  an Ihren Tand aufzubauen. Waere ich nicht hungrig und haette gigantische Lust auf einen richtigen Bohnenkaffee dann koennte ich die Stille sogar geniessen.

Hungrig und hundemuede macht die Situation aber nicht ganz so viel Spass wie man glauben koennte. Aber ich musste ja nicht lang warten. Ein paar hundert Meter weiter auf der Sukhumvit Road habe ich dann einen Laden gefunden. Holys Coffe, eine Art Asiatischer Starbucks. Dort gibt es richtig leckeren Kaffee, sogar mit Kunstwerken im Milchschaum, dazu einen Double Choclate Muffin und eine Zigarette auf der Terasse. Ich bin gewappnet fuer den ersten Tag.

Aber erst nochmal eine kleine Muetze Schlaf, dann werde ich sehen was der Tag so bringt.

Erste Erkundungen in Bangkok

Wie immer wenn ich mich irgendwo nicht wirklich auskenne nehme ich erst einmal einen Weg den ich auch locker wieder zurueck finden kann. Im Fall der Sukhumvit ist das auch wirklich nicht schwer. Die einzelnen Seitenstrassen sind mit Nummern versehen, meistens haben die kleineren noch einen Zusatz. Bei meinem Hotel war es die Sukhumvit Soi 11/1. Die Sois (Seitenstrassen) sind – wie in Deutschland auch – nicht fortlaufend auf einer Strassenseite nummeriert sondern immer in 2er Schritte. Beginnend mit der Sukhumvit Soi 1, Soi 3, Soi 5 usw. Dawischen jeweils die kleineren Strassen.

Proteste in Bangkok live

Gar nicht weit von meinem Hotel, an einer Kreuzung auf der Hoehe der Sukhumvit 32 finden die Proteste statt. Nur vollkommen anders als ich es erwatet habe. Anders als bei den Protesten in Kamboscha geht es hier darum die angeblich korrupte (aber demokratisch gewaehlte) Regierung abzuloesen. Eigentlich erwartete ich auf wuetende Menschenmassen zu treffen, jede Menge Militaer und auch den einen oder anderen Stein der seinen Weg auf einen Stahlhelm sucht.

Aber nichts dergleichen. Es gleicht mehr dem Konzert oder einem Singer Songwriter Contest. Eine riesige Buehne, Leinwaende, laute Musik und ueberall Essensstaende und Protest-Zubehoer-Verkaufer. Trillerpreifen, Sticker, Fahnen und sonstige Dinge die Laerm machen oder zumindest den Unwillen gegenueber der Regierung ausdruecken. Bzw. eigentlich nicht gegen die Regierung sondern fuer Thailand. Die Thais verfuegen eben ueber einen sehr ausgepraegten Nationalstolz.

Auch Tshirts mit dem Aufdruck „Shutdown Bangkok“ sieht man an allen Ecken und Enden. Viele Tuk Tuk fahrer, Verkaeufer und alle moeglichen Leute tragen diese Tshirts. Am 13ten Februar soll es so weit sein.

Nightlife in Bangkok – meine erste Nacht in Smog City

So. Angekommen im Hotel Business Inn eingecheckt, geduscht und kurz ausgeruht. Jetzt nur noch etwas essen und dann endlich ab in die Kiste.

Aber nix is, jetzt bin ich zwar total im A… aber von Schlaf keine Spur. Die erste Suppe am Strassenstand war wie immer grossartig, aber der erwartete Shutdown will einfach nicht so recht eintreten. Also erst mal in eine Bar, nach ein paar Bier wird es schon gehen. Es waren dann doch ein paar Bier mehr. Die Anspannung der letzten Tage, der Temperatur- und Zeitunterschied macht einem eben doch ein bisschen zu schaffen. Aber so gegen 3 – halb 4 war dann endgueltig Schicht.